Einen besonderen Schultag erlebten die Kinder der Grundschule Oberes Ohmtal in der letzten Woche vor den Herbstferien: Glasbläser Jürgen Piller und sein Bruder aus dem oberfränkischen Coburg gastierten in der Schule und führten ihre jahrhundertealte Handwerkskunst gleich zweimal vor. Alle Kinder der ersten bis vierten Jahrgangsstufe hatten die Gelegenheit, in der Turnhalle, die zur Werkstatt und zum Atelier wurde, zu staunen und Interessantes über die Glasbläserei zu lernen.
Auf einem Tisch standen verschiedene Gläser, Vasen und viele filigrane Figuren bereit – alles Werke, die Piller bereits in geduldiger Handarbeit gefertigt hatte. Glas, so erklärte er den jungen Zuschauerinnen und Zuschauern, entstehe aus einer Mischung aus Quarzsand, Kalk und Soda und werde bei 800 bis über 1000 Grad Celsius geschmolzen, bevor es sich in künstlerische Formen bringen lasse.
In einer 800 Grad heißen Flamme begann Piller seine Vorführung mit einem echten Hingucker, einer Weihnachtsbaumspitze. Dabei zeigte er den Kindern, wie ein einfacher Glaskolben in kunstvolle Form geblasen, gebogen und gedreht wird. Mit ruhigen, präzisen Handbewegungen und einem Gespür für Details formte er nacheinander eine Vase und dann einen Schwan. Faszinierend konnte beobachtet werden, wie sich das Glas unter seinen Händen verwandelte.

Nicht nur das Formen, sondern auch die Farben waren ein spannendes Thema. Piller demonstrierte, wie unterschiedliche Farbnuancen das Glas lebendig machen. Während er an verschiedenen Objekten arbeitete, erklärte er den Kindern und Lehrkräften, welche Schritte notwendig sind, um das Rohmaterial Glas in faszinierende Gegenstände wie Vasen oder andere kunstvolle Figuren zu verwandeln.

Besonders beeindruckend waren seine „Wasserteufelchen“, die er in einer mit Wasser gefüllten Plastikflasche beliebig auf- und abtauchen sowie sich drehen lassen konnte. Mit Unterstützung zweier Schüler führte er dann noch den Spaßvogel vor, der nicht nur in eine Richtung Wasser spritzen konnte, als auch Gläser, die niemals leer zu werden schienen. Tricks, die die Schülerinnen und Schüler ins Staunen und Lachen versetzte.
Im Anschluss gab es noch Zeit für die vielen Fragen der Kinder und Herr Piller gab gerne Auskunft zu seinem persönlichen Werdegang, zu dem Beruf des Glasbläsers und die Möglichkeiten und Voraussetzungen, diesen zu erlernen.
Die Vorführungen boten einen wunderbaren Einblick in die handwerkliche Arbeit des Glasbläsers und die vielfältigen Möglichkeiten, die Glas als Werkstoff bietet.
